Die Friedberger Innenstadt soll umgestaltet werden. Ziel ist es, die Kaiserstraße zu einem modernen Begegnungsort und idealer Verknüpfung von Wohn- und Gewerberaum werden. Viele Schritte sind auf diesem Weg notwendig, allein schon aufgrund der historischen Entwicklung. Nach der Auftragsvergabe und einem ersten Auftakttermin mit Vertreter*innen aus Stadtverwaltung, Archäologie, Denkmalschutz und Versorgungsunternehmen, hat nun ein erster Sichtungstermin des Planer*innen-Teams zur Beurteilung des Stadtraums stattgefunden.
Ziel der Begehung war es, gemeinsam mit den Planern vor Ort einen umfangreicheren Überblick über das Projekt zu gewinnen und darüber hinaus erste Fragestellungen zu besprechen, um diese bestmöglich in den kommenden Monaten in den Planungsprozess integrieren zu können. Themen, mit denen sich das Team bestehend aus den beauftragten Planungsbüros sowie Ingenieur*innen des Amtes für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Rechtswesen befasst, sind u.a.: Wo liegen bereits aktuell relevante Probleme und Zwänge vor? Wo befinden sich bekannte Lieferzonen und Anleiterbereiche der Feuerwehr? Welche Fassaden sind besonders schön und sollten zukünftig mehr zur Geltung kommen? Haben die Bestandsbäume genügend Entfaltungsmöglichkeiten und wie gesund sind diese? Wo gibt es Schnitt- und Problemstellen mit dem Denkmalschutz oder der Archäologie?
Was liegt im Verborgenen?
Bewusstsein herrscht darüber, dass die deutlich größeren Herausforderungen unter dem Asphalt liegen. Baumwurzeln haben sich teils in die Kanalisation gearbeitet. Darüber hinaus wird die Kaiserstraße seit vielen Jahrhunderten als „Marktstraße“ genutzt und es gibt etliche bekannte sowie vermutlich weitere unbekannte historische Kelleranlagen, die nur teilweise dokumentiert oder vermessen sind. Archäologische Funde sind nahezu gewiss.
„Unser Ziel ist es die Friedberger Innenstadt weiterzuentwickeln und mit einem Mix aus Tradition und Moderne die Aufenthaltsqualität deutlich zu steigern“, verrät Amtsleiter Tobias Brandt.
Im vergangenen Jahr hatte die Stadt einen Umgestaltungswettbewerb gestartet. Gemeinsam mit den Gewinnern, den Landschaftsarchitekten Club L 94 und der Röver Ingenieursgesellschaft, geht man jetzt Schritt für Schritt mit der nötigen Achtsamkeit voran. Plan ist mit den ersten Umbaumaßnahmen ab 2027 zu starten. „Die Erneuerung der Kaiserstraße wird in Abschnitten erfolgen“, so der Leiter der Abteilung Tiefbau Tobias Schmidt.
Mit der Auftragsvergabe und den ersten Gesprächen hat nun der weitere Planungsprozess zur Umgestaltung der Kaiserstraße begonnen. Die Planer sowie das städtische Projektteam bestehend u.a.
aus Tiefbauingenieur*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Stadtplaner*innen und Wirtschaftsförderung, werden sich in den kommenden Monaten intensiv mit den verschiedensten Themen befassen, Gespräche mit Gewerbetreibenden, Fachbehörden und Stakeholdern führen. „Das Projekt ist sehr komplex, weswegen eine umfassende Grundlagenlegung für die weiteren Planungsphasen zwingend notwendig ist. Wir arbeiten hier an unserer Innenstadt der Zukunft. Auch wenn erst mal nichts sichtbar ist, so wird mit jedem Schritt, mit jedem Gespräch das Projekt immer greifbarer“, sagt Amtsleiter Tobias Brandt.
(vlnr.): Florian Ridder (Landschaftsarchitekt Club L 94), Janina Vesper (Abteilung Grünplanung), Prof. Burkhard Wegener (Landschaftsarchitekt Club L94), Mandy Baumgart-Fischer (Leiterin Abteilung Grünplanung), Ann-Kathrin Magic (Leiterin Abteilung Stadtplanung), Tobias Brandt (Leiter Amt für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Rechtswesen), Tobias Schmidt (Leiter Abteilung Tiefbau).