Friedberg, 11.04.2025
Kjetil Dahlhaus findet als Bürgermeister und Brandschutzdezernent klare Worte. „Das Zuparken der Feuerwehrwache anlässlich des Zuckerfestes der DITIB-Moschee in der Königsberger Straße ist unentschuldbar und darf sich in keinem Fall wiederholen.
Dafür werden ich und die Erste Stadträtin Christine Diegel, zuständig für das Ordnungsamt, Sorge tragen. Wir können alle nur dankbar sein, dass in diesem Zeitraum, bis das letzte Fahrzeug die Feuerwehrwache verließ, kein Einsatz in der Leitstelle einging. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Feuerwehr Friedberg jährlich ca. 300 Einsätze absolviert“ – so der Bürgermeister. Ein erstes Treffen zur Klärung und zukünftigen Vorgehensweise von Vertretern der Friedberger Freiwilligen Feuerwehr, der DITIB Moschee, der Ordnungsbehörde und Bürgermeister Kjetil Dahlhaus fand bereits vor Ort statt.
Zur Einordnung der Situation gehört aber auch der Umstand, dass zum ersten Mal die Situation eingetreten war, dass die Feuerwehr für den Zeitraum von ca. 50 Minuten nicht einsatzfähig war. Weder beim jährlich stattfindenden Zuckerfest noch beim Freitagsgebet der DITIB-Moschee war die Feuerwache in der Vergangenheit zugeparkt. Deshalb gab es seitens der Stadt bis zu diesem Zeitpunkt keinen Anlass, die Situation als bedrohlich für die Feuerwehr und damit der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einzustufen.
Wahr ist jedoch auch, dass die Einsatzkräfte schon seit längerer Zeit und häufiger mit dem Problem konfrontiert werden, dass die gegenüberliegenden Stellflächen, welche ausschließlich als Parkfläche für die Einsatzkräfte dienen sollen, von Fremdparkern genutzt werden. „Hier liegt die Verantwortung bei uns als Stadt, für eine dauerhafte Lösung zu sorgen“, so der Bürgermeister.
Der Zeitablauf
Am Sonntag, 30.3.2025 gegen 8:00 Uhr war der Jugendfeuerwehrwart dienstlich vor Ort, sah die zugeparkte Feuerwehrwache und informierte unmittelbar die Leitstelle, die daraufhin Stadtbrandinspektor Ingo Wißmer kontaktierte. Ca. 8:15 Uhr trifft der Stadtbrandinspektor zeitgleich mit der Polizei bei der Friedberger Feuerwehr am Dachspfad ein und bestätigt die nicht gewährleistete Einsatzfähigkeit der Feuerwehr durch die parkenden Autos. In den nächsten 10 Minuten wurden die Vertreter der Moschee informiert und Halterabfragen abgesetzt. Ab 08.25 Uhr fuhren die ersten Autos bereits weg und um 08.37 Uhr war die Feuerwehrzufahrt wieder frei. Die Polizei erteilte zahlreiche Buß- und Verwarnungsgelder an die Falschparker. Bürgermeister Kjetil Dahlhaus stand in telefonischer Verbindung mit Stadtbrandinspektor Ingo Wißmer.
Dass die Parksituation für die Anlieger rund um die DITIP- Moschee schon seit längerem ein Problem darstellt, ist Bürgermeister Kjetil Dahlhaus bekannt. Erst vor wenigen Wochen suchte er das Gespräch mit den Anliegern und Vertretern der DITIP-Moschee, um zu vermitteln und Lösungen zu finden. „Das Ereignis am letzten Sonntag verschärft natürlich die gesamte Situation. Es ist nicht hinnehmbar, und um es auf den Punkt zu bringen: Es ist ein Verhalten mit potenziell lebensgefährlichen Folgen.
„Darüber hinaus“, so Bürgermeister Kjetil Dahlhaus, „ist es respektlos gegenüber unseren Feuerwehrkameradinnen und- kameraden. Die Feuerwehr Friedberg ist wie die meisten Feuerwehren eine rein freiwillige Feuerwehr. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag für die Sicherheit und das Wohl in unserer Stadt und auch darüber hinaus. Dieses Engagement geschieht freiwillig und mit großem persönlichem Einsatz und oft unter schwierigen Bedingungen. Umso unverständlicher, dass sich, wie in diesem Fall, Bürgerinnen und Bürger so rücksichtslos verhalten“.
Der Vorwurf, dass das Ordnungsamt Friedberg am Sonntag nicht erreichbar ist, kann Jürgen Schlerf, Leiter der Friedberger Ordnungsbehörde, so nicht stehen lassen.
„Aufgrund der Tatsache, dass es anlässlich des Zuckerfestes in den letzten Jahren keine diesbezüglichen Probleme gab, gab es auch keine Veranlassung, Ordnungspolizeibeamte sonntags einzusetzen. Rechtsfreie Räume an den Wochenenden und nachts gibt es nicht. Die Zuständigkeiten außerhalb der städtischen Dienstzeiten sind gesetzlich klar geregelt. Diese liegen dann bei der Polizei.“
Bildunterschrift v.l.n.r:
Mathias Henritzi (Wehrführer Feuerwehr Friedberg), Herr Kaplan (1. Vorsitzender DITIP Moschee), Jürgen Schlerf (Leitung Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung), Ingo Wißmer (Stadtbrandinspektor Friedberg), Kjetil Dahlhaus (Bürgermeister Friedberg), Herr Altuncicek (2. Vorsitzender DITIB Moschee)