Friedberg (Hessen), den 16.05.2025
Das KreativHaus auf der Friedberger Kaiserstraße ist ein Erfolgsmodell und einmalig in der Region. Die Regionale Diakonie Oberhessen (RDO) und die Stadt Friedberg beenden trotzdem ihre Zusammenarbeit zum 30.06.2025.
Das Leuchtturmprojekt der Stadt Friedberg wurde ursprünglich initiiert durch Mittel aus dem Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ des Landes Hessen in Kooperation mit der Regionalen Diakonie Oberhessen. Mit seinem 140 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum mitten auf der Kaiserstraße bildet das KreativHaus ein etabliertes und lebendiges Zentrum für Kreatives und Innovation. Eine große Anzahl von Vereinen, Gruppen und Gründer:innen nutzt den attraktiven Rahmen für ihre Aktivitäten. Die Stadt Friedberg hat nun vor, eine nächste Phase in der Entwicklung des KreativHauses einzuläuten – mit einer Fortsetzung des lebendigen und vielfältigen Angebots.
Gemeinsam ist es der Stadt Friedberg und der Regionalen Diakonie Oberhessen gelungen, das KreativHaus Friedberg als feste Größe in der Stadt zu etablieren. Ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigt die Vielfalt: Dichterlesungen, Konzerte, Ausstellungen, Chorproben, aber auch Treffen von Selbsthilfegruppen, Kurse, Vorträge und Vereinstreffen.
Sogar spielerisches Raufen unter Anleitung ist möglich, ebenso wie das Erleben einer japanischen Teezeremonie oder der Austausch im GartenCafé mit Gleichgesinnten. Und das sind nur einige Beispiele von Veranstaltungen, die sich in den letzten zwei Jahren etabliert haben.
„Jetzt wollen wir noch einen Schritt weitergehen“, erklären Bürgermeister Kjetil Dahlhaus und Bauamtsleiter Tobias Brandt. „Wir möchten hier im wahrsten Sinne des Wortes noch mehr Kreativität fördern – im Sinne neuer, origineller Ideen, Konzepte und Lösungen. Dazu gehört auch das Denken außerhalb gewohnter Muster, um Fortschritt und Veränderung voranzutreiben. Ein zentrales Ziel ist dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit, also das Zusammenbringen verschiedener Perspektiven und Gruppen.“
Wie wichtig das Projekt für die Stadt ist, zeigt sich auch an der finanziellen Unterstützung über das Förderende hinaus: Seit dem Auslaufen der Förderung Ende 2023 trägt die Stadt Friedberg maßgeblich zur Finanzierung des Projekts bei. Dazu gehören zum einen die Mietkosten der Immobilie in der Kaiserstraße 89, zum anderen ein Kostenzuschuss zur Deckung der Personalkosten. Diese Zusage gilt auch für die kommenden zwei Jahre.
Christoff Jung, Leiter Regionale Diakonie, stellt dazu fest: „Die Entscheidung zur Beendigung der Zusammenarbeit ist nicht leichtfertig getroffen worden, zumal das Grundkonzept des Kreativhauses mit uns gemeinsam entwickelt wurde. Die Regionale Diakonie Oberhessen sieht sich aufgrund der fehlenden zusätzlich erforderlichen finanziellen Unterstützung leider gezwungen, diese Maßnahme zu ergreifen. Eine Förderung durch zusätzliche Mittel kann die Stadt nicht leisten, hier stehen Kommune wie Kirche vor ähnlichen Problemen. Wir verstehen die Herausforderungen, vor denen viele Kommunen stehen. Dennoch sind wir auf eine solide finanzielle Basis angewiesen, um unsere Projekte erfolgreich durchführen zu können. Eine Erhöhung unseres finanziellen Engagements lässt sich leider nicht darstellen, da auch wir von zurückgehenden Kirchensteuermitteln betroffen sind.
Mein Dank geht vor allem an unser Team, ohne dessen Einsatz das Projekt nie hätte so toll umgesetzt werden können. Herzlichen Dank auch an die Stadt Friedberg für die vertrauensvolle gemeinsame Arbeit.“