Erste Stadträtin Christine Diegel zu Besuch im Umsonstladen

Der Friedberger Umsonstladen in der Engelsgasse 21 war eine weitere Station, die die Erste Stadträtin Christine Diegel im Rahmen ihrer neuen Funktion besuchte. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Beate Neuwirth, Erika Scheller-Wagner und Margot Bernd stellten das selbstorganisierte Projekt, dass nun schon über 10 Jahre unter der Trägerschaft des Internationalen Zentrums (IZF) arbeitet, vor. Dem offenen Austausch war ein kleiner Rundgang durch die Räume vorausgegangen. Dabei wurde das bunte und vielfältige Angebot deutlich. Zum Sortiment gehört alles, was im Haushalt gebraucht wird. Das geht von A wie Aktenordner über G wie Gardinen, K wie Knöpfe bis Z wie Zwiebeltopf.

Denn das Konzept ist im Grunde sehr einfach: alles, was noch gut erhalten und zu schade für die Mülltonne ist, soll weiterverwendet werden. So wird nicht nur effektiv mit unseren Ressourcen umgegangen, es gibt auch weniger Müll, weniger Umweltverschmutzung und die Kreislaufwirtschaft wird bestens genutzt, davon ist das Team überzeugt. Deshalb ist der Umsonstladen auch ein Ort für alle Menschen, es braucht keinen sogenannten „Sozialschein“. Ganz im Gegenteil, Nachhaltigkeit bewusst zu leben macht einerseits die Menschen, die ihre Sachen abgeben glücklich, weil sie von anderen weiterverwendet werden. Andererseits aber auch diejenigen, die am Samstag vor dem Laden Schlange stehen, um ihren Hausrat mit geschenkten Dingen gezielt zu ergänzen. Das Team wünscht sich dabei auch, das eigene Konsumverständnis kritisch zu überdenken und das eigene Verhalten zu reflektieren.

Besonders begehrt sind immer wieder gut erhaltene Bettwäsche und Handtücher, aber auch Kochtöpfe, Pfannen und Elektrokleingeräte. Bestaunen lassen sich aber auch viele hübsche Dekorationsartikel und Unikate.

Im multikulturellen Team engagieren sich aktuell ca. 20 Personen aller Altersstufen regelmäßig. D.h. sie organisieren die Warenannahme am Mittwochnachmittag, die Ausgabe jeden Samstag in 2 Schichten zwischen 10 und 14 Uhr oder am 1. Donnerstagabend im Monat. Dazu kommen die monatlichen Außentermine im KreativHaus und beim Repaircafe im Junity. Nicht zu vergessen sind die jährlichen Events beim Internationalen Spielefest auf der Seewiese oder bei „Friedberg spielt“ auf der Kaiserstraße. Die Veranstaltung „Friedberg spielt“, die 2016 erstmals zur 800-Jahrfeier stattfand, führte Erste Stadträtin Christine Diegel in ihrer damaligen Funktion als Kulturamtsleiterin durch. Im Herbst wird sich der Umsonstladen auch beim Ehrenamtstag vorstellen und mit einem Glücksrad dabei sein. Besonders schöne Sachpreise werden schon seit Monaten gesammelt.

Auch das Thema Finanzen gehörte zum Austausch. Der Umsonstladen trägt sich aktuell durch regelmäßige Einnahmen von unterstützenden Patinnen und Paten, die von der Konzeption überzeugt sind, und weiteren Spenden selbst.

Weiter kam der sehr gut angenommene Geschirr- und Gläserverleih zur Sprache. Denn er ist die logische Weiterentwicklung der Umsonstladenidee: Oft lohnt es nicht, für ein einzelnes Event extra besonders viele Gläser, Teller oder Besteck anzuschaffen. Für bis zu 120 Personen kann alles, was es zu einem Fest braucht, ausgeliehen werden. „Und dieser Service wird gerne in Anspruch genommen“, so das Team abschließend.

Erste Stadträtin Christine Diegel zeigte sich beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement und betonte: „Der Umsonstladen zeigt auf wunderbare Weise, wie gelebte Nachhaltigkeit und ein Miteinander funktionieren können – ganz gleich aus welcher Lebenssituation heraus.“