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Stadt Friedberg und Wohnungsbaugesellschaft setzen Zeichen für bezahlbaren Wohnraum
Die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft mbH hatte sich im Rahmen eines Bieterverfahrens mit dem sozial überzeugendsten Angebot den Zuschlag für das Grundstück gesichert. Ausschlaggebend war die Zusage, geförderten Mietwohnraum zu schaffen, was auch die Erbengemeinschaft, darunter eine Miteigentümerin aus London, überzeugte. Ohne diese Entscheidung wären auf der Fläche Eigentumswohnungen im hochpreisigen Segment entstanden.
„Wir wollen Wohnraum für Menschen schaffen, die hier leben und arbeiten und nicht nur für den freien Markt“, betont Bürgermeister Kjetil Dahlhaus. „In Zeiten hoher Baukosten und steigender Zinsen zeigt dieses Projekt, dass sozial verantwortlicher Wohnungsbau auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich sein kann.“
Der Kaufvertrag wurde bereits unterzeichnet, der Eigentumsübergang erfolgte im März 2025. Im Frühjahr wurden die notwendigen Rodungsarbeiten durchgeführt, rechtzeitig vor Beginn der Brut- und Nistschutzzeit. Ein Großteil der Bäume war bereits vertrocknet. Die Planung des Neubaus sieht eine serielle, energieeffiziente Bauweise nach Effizienzhaus-40-Standard vor. Dadurch soll nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die Betriebskosten dauerhaft niedrig gehalten werden.
Die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft mbH plant rund 2.600 Quadratmeter Mietfläche mit etwa 41 Wohnungen für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen. Dabei wird besonderer Wert auf eine ausgewogene soziale Durchmischung gelegt. „Wir möchten Wohnraum für diejenigen schaffen, die auf dem privaten Markt oft durchs Raster fallen: Familien, Berufseinsteiger oder Menschen mit mittlerem Einkommen“, erklärt der Geschäftsführer Stefan Koch.
Bereits im Juni 2025 wurde ein Förderantrag beim Land Hessen gestellt. Trotz überzeichneter Fördertöpfe zeigt sich die Wohnungsbaugesellschaft zuversichtlich, das Projekt in das Förderprogramm der sozialen Mietwohnraumförderung einzubringen. Ziel ist es, den Antrag bis Frühjahr 2026 einzureichen, bevor die angekündigte Verschlechterung der Förderkonditionen greift.
Auch bei der Planung spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle: Grünflächen sollen weitgehend erhalten bleiben und es wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stellplätzen und Wohnkomfort angestrebt. Um eine kostenintensive Tiefgarage zu vermeiden, steht die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft mbH derzeit in enger Abstimmung mit dem Stadtbauamt.
Das Neubauvorhaben versteht sich als deutliches Bekenntnis zum politischen Auftrag, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Rund die Hälfte des gesamten Bestands der Gesellschaft sind bereits geförderte Wohnungen mit gedeckelten Mieten (bis zu 20 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete). Im Gegensatz zu privaten Investoren verfolgt die Gesellschaft keine Renditeziele, sondern das Ziel, den Menschen in Friedberg langfristig ein gutes und bezahlbares Zuhause zu sichern.
„Dieses Projekt ist ein Ausrufezeichen für bezahlbares Wohnen, für soziale Verantwortung und für eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so Dahlhaus abschließend. „Genau das brauchen wir in einer wachsenden Stadt wie Friedberg.“

