- Mein Friedberg
- Freizeit & Tourismus
- Wirtschaft
- Verwaltung & Politik
- Termine
Geplantes Tennet-Umspannwerk: Stadt Friedberg teilt Sorge um Flächenverbrauch in der Wetterau
„Wir bekennen uns klar zur Energiewende und zur Sicherung der Energieversorgung“, betont Bürgermeister Kjetil Dahlhaus. „Doch gerade weil uns eine nachhaltige Zukunft wichtig ist, müssen wir sorgsam mit unseren wertvollsten Ressourcen umgehen und dazu gehören in der Wetterau vor allem die fruchtbaren Böden.“
Friedberg sieht die Notwendigkeit, Energieinfrastruktur weiter auszubauen, erkennt aber zugleich erhebliche Herausforderungen. Im Fokus stehen dabei Fragen, die aus Sicht der Stadt zwingend geklärt werden müssen:
Wie groß muss das geplante Umspannwerk tatsächlich dimensioniert sein? Ist der vorgesehene Standort alternativlos? Und kann durch moderne, kompaktere Bauweisen oder modulare Lösungen der Flächenverbrauch deutlich reduziert werden?
Darüber hinaus sollte der im Dezember erwartete neue Netzentwicklungsplan abgewartet werden, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden. Erst auf Grundlage dieser verbindlichen Planungsdaten lässt sich seriös beurteilen, ob das Umspannwerk in der vorgesehenen Form tatsächlich notwendig ist oder ob andere Netzmaßnahmen denselben Zweck erfüllen können.
Die Stadt Friedberg mahnt zudem an, bei der Standortwahl den Schutz hochwertiger Ackerböden stärker zu berücksichtigen. Diese gehören zu den ertragreichsten Böden Deutschlands und sind ein zentraler Bestandteil der regionalen Lebensmittelversorgung. Eine dauerhafte Versiegelung wäre ein nicht wieder gutzumachender Eingriff in die Kulturlandschaft der Wetterau.
„Wir haben Verständnis für den Bedarf an leistungsfähiger Energieinfrastruktur“, erklärt Dahlhaus weiter. „Aber die Frage, wo und wie gebaut wird, darf nicht allein unter technischen oder wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden werden. Es braucht eine ausgewogene Lösung, die Energieversorgung, Bodenschutz und Akzeptanz in Einklang bringt.“
Friedberg wird den weiteren Prozess kritisch begleiten und sich in enger Abstimmung mit dem Wetteraukreis, der Landwirtschaft und den Nachbarkommunen dafür einsetzen, dass bei allen Entscheidungen Transparenz, Nachhaltigkeit und Flächenschutz gewahrt bleiben.

