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ICE L „Wetterau“ macht Friedberg und die Region deutschlandweit sichtbar
Die Idee für eine Zugtaufe ging ursprünglich aus Friedberg hervor. Bürgermeister Kjetil Dahlhaus hatte vorgeschlagen, einen ICE nach Friedberg zu benennen. Da die Deutsche Bahn ihre Fernverkehrszüge heute grundsätzlich nicht mehr nach einzelnen Städten, sondern nach Regionen, Flüssen oder anderen Destinationen benennt, wurde gemeinsam die Lösung gefunden, den Zug nach der gesamten Region Wetterau zu benennen. Damit wird Friedberg als Kreisstadt und zentraler Bahnknoten zugleich zum Ausgangspunkt eines rollenden Botschafters für die gesamte Region.
Der ICE verbindet die Wetterau täglich direkt mit Hamburg und der Ferieninsel Sylt. Damit rücken zwei beliebte Urlaubsregionen näher zusammen. Gleichzeitig macht der Zug deutschlandweit auf die Wetterau aufmerksam und kann dazu beitragen, neue Gäste für Friedberg und die Region zu gewinnen.
„Die Zugtaufe ist ein schönes Symbol, aber vor allem steht sie für etwas Größeres: Friedberg bleibt ein wichtiger Fernverkehrsstandort. Dafür haben wir uns gemeinsam mit vielen Beteiligten intensiv eingesetzt. Dass heute wieder mehr ICE in Friedberg halten und einer davon den Namen unserer Region trägt, ist ein starkes Signal für die Wetterau und ihre Menschen“, betont Bürgermeister Kjetil Dahlhaus.
Der Erhalt der Fernverkehrsanbindung war in den vergangenen Monaten keineswegs selbstverständlich. Nachdem die Deutsche Bahn Ende 2025 zahlreiche ICE-Halte in Friedberg gestrichen hatte, setzte sich die Stadt auf Initiative von Bürgermeister Dahlhaus frühzeitig und mit Nachdruck für den Erhalt des Standorts ein. Die Friedberger Stadtpolitik, der Wetteraukreis sowie unsere Bundestagsabgeordneten folgten dem Appell und unterstützten nach Kräften. In zahlreichen Gesprächen machte die Verwaltung deutlich, welche Bedeutung der Bahnhof für Pendler, Unternehmen, Studierende und die gesamte Region besitzt. Inzwischen wurden wieder zusätzliche Fernverkehrshalte eingerichtet. Seit Mitte Juli hält auch der neue ICE L zwischen Frankfurt und Westerland in Friedberg.
Ein besonderer Fortschritt ist dabei die neue Fahrzeuggeneration selbst. Der ICE L ermöglicht erstmals einen stufenlosen Einstieg ohne Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Zug. Davon profitieren insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen oder Reisende mit schwerem Gepäck. Ergänzt wird das Konzept unter anderem durch breitere Türen und barrierefreie Rollstuhlplätze.
Für die Stadt Friedberg ist dies ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiveren Mobilität. Gleichzeitig macht die neue Zuggeneration deutlich, dass moderne Fahrzeuge und eine barrierefreie Infrastruktur zusammengehören. Bürgermeister Dahlhaus unterstreicht bei seiner Rede die Wichtigkeit und Dringlichkeit eines barrierefreien Ausbaus des Friedberger Bahnhofs: „Der Umbau des Friedberger Bahnhofs muss zügig vorangebracht werden. Ein moderner Zug braucht dringend einen Bahnhof, der diesen Anspruch ebenfalls erfüllt!“. Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe bleibt künftig also eine wichtige Aufgabe von Deutscher Bahn, Bund und den zuständigen Aufgabenträgern. Die Stadt wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass der Bahnhof Friedberg diesen Anforderungen gerecht wird.
Auch die Taufzeremonie selbst griff die regionale Identität auf. Wegen des Alkoholverbots an Bahnhöfen wurde der ICE mit Apfelsaft aus der Region statt Apfelwein getauft. Ein kleines Detail, das die Verbundenheit mit der Wetterau auf sympathische Weise unterstrich.

© Stadt Friedberg

