Die Villa Kunterbunt entdeckt Friedberg

Die Erkundung des eigenen Wohnortes bietet Kindern die Möglichkeit, ihre unmittelbare Lebenswelt bewusst wahrzunehmen und besser kennenzulernen. Der Sozial-raum, in dem Kinder aufwachsen, ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebenswelt und bietet zahlreiche Lern- und Bildungserfahrungen. Durch die gemeinsamen Spaziergänge und Erkundungen können die Kinder ihre Umgebung aktiv entdecken, Zusammenhänge verstehen und sich zunehmend in ihrem Wohnort orientieren. Sie lernen, Wege wiederzuerkennen, räumliche Zusammenhänge wahrzunehmen und sich zu-nehmend sicher in ihrer Umgebung zu bewegen. Dies fördert ihre Selbständigkeit.

Gleichzeitig werden wichtige Kompetenzen im Bereich der Verkehrserziehung gefördert, beispielsweise das sichere Überqueren der Straße, das Wahrnehmen von Verkehrsschildern und das angemessene Verhalten im Straßenverkehr.

Auch die sprachliche Bildung wird durch die gemeinsame Erkundung angeregt. Die Kinder können ihre Beobachtungen beschreiben, Fragen stellen und Erlebnisse mit-einander austauschen. Neue Begriffe, beispielsweise für Gebäude, Berufe oder Verkehrszeichen werden in einem für die Kinder konkreten Zusammenhang vermittelt.

Die Erkundung des Wohnortes trägt außerdem zur Entwicklung von Zugehörigkeit und Identität bei. Die Kinder erfahren: „Das ist meine Umgebung, hier kenne ich mich aus und hier bin ich Teil der Gemeinschaft.“

Unter der Leitung eines ortskundigen Führers erfuhren die Kinder etwas über die Ge-schichte des Adolfsturms. Als Teil einer Befestigungsanlage war er das höchste Gebäude der Stadt Friedberg sehr zum Missfallen der Kirche. Daraufhin erhielt die Stadtkirche auf dem Dach noch einen Hahn, so dass sie höher als der Adolfsturm war.

Vom Turm aus hatten die Kinder einen Überblick über ganz Friedberg. Sie waren glücklich, bis ganz nach oben zu dürfen und „die ganze Welt zu sehen“. Auch ins Verlies durften die Kinder. Das hat sie sehr beeindruckt. „Es war ganz dunkel dort, weil es keine Fenster gab“, oder „hier konnte man nur Pipi machen und sonst nichts“ waren die Kommentare der Kinder. Die Treppenstufen von ganz oben bis ins Verlies wurden gezählt.

Anschließend erkundeten sie noch den Burggarten.

Der Ausflug zum Adolfsturm hat die Kinder so sehr beeindruckt, dass viele im Anschluss einen Adolfsturm basteln wollten.

Weitere Ausflüge in die nähere Umgebung sind geplant. Dabei steht die Lebenswelt der Kinder im Mittelpunkt. Bekannte Orte wie der Kindergarten, Spielplätze, Ge-schäfte der Innenstadt oder öffentliche Einrichtungen können gemeinsam besucht werden. Die Kinder erhalten die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen und zu erzählen, welche Orte sie bereits kennen und welche sie noch kennenlernen möchten.

Damit wird die Kita zu einem Ort, an dem Bildung nicht ausschließlich innerhalb der Einrichtung stattfindet.