Friedberg stellt Weichen für Parkhaus mit Kino – wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung der Innenstadt

Die Entscheidung war ursprünglich für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 3. September vorgesehen. Dort wurde die abschließende Beratung um eine Woche vertagt. Hintergrund waren weitere Beratungsbedarfe zu kommunalrechtlichen und baulichen Fragestellungen. Dazu gehörten unter anderem ein zusätzliches Rechtsgutachten sowie Fragen zur möglichen späteren Erweiterung des Parkhauses und zur Ausgestaltung der Stellplätze. Diese Punkte konnten nun in der Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses nochmals beraten werden.

Mit der Freigabe ist der Weg für die weitere Bearbeitung des Vorhabens frei. Das bestehende City-Parkhaus in der Alten Bahnhofstraße muss aufgrund seines baulichen Zustands ersetzt werden. Im Zuge der bisherigen Planungen wurden unterschiedliche Varianten für einen Neubau untersucht. Grundlage der weiteren Planungs- und Ausschreibungsschritte soll nun die Verbindung eines benutzerfreundlichen Parkhauses mit einem Kino sein.

„Nach der zusätzlichen Beratung haben wir jetzt die notwendige Grundlage, um mit dem Projekt weiterzuarbeiten. Entscheidend ist für mich, dass wir nicht nur den notwendigen Ersatz für das bestehende Parkhaus schaffen, sondern die Chance nutzen, an diesem zentralen Standort einen Mehrwert für die gesamte Innenstadt zu entwickeln. Ein Kino kann Menschen nach Friedberg brin-gen und zusätzliche Impulse für Gastronomie, Handel und kulturelles Leben geben“, betont Bürgermeister Kjetil Dahlhaus.

Eine Projektgruppe aus Mitarbeitenden der Stadtwerke, der Stadt Friedberg und fachkundigen Beratern hatte das Zahlenwerk für die Entscheidungsgrundlage erarbeitet. Die bisherigen Untersuchungen sehen für das neue und moderne Parkhaus 379 Stellplätze vor. Das Kino ist nach aktuellem Planungsstand mit sechs Sälen und insgesamt 540 Sitzplätzen vorgesehen. Ein Gutachten geht von einem Potenzial von rund 160.000 Kinobesuchen pro Jahr aus. Die konkrete Ausgestaltung des Gebäudekomplexes wird erst im weiteren Planungsverfahren festgelegt.

„Das Kino ist ein Thema, das viele Menschen in Friedberg emotional bewegt. Umso wichtiger war es, dass wir es fachlich fundiert und mit der nötigen Sorgfalt bearbeitet haben. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt nun gemeinsam auf den Weg bringen können. Mein besonderer Dank gilt auch den Spurenlegern, die sich mit großem ehrenamtlichem Engagement eingebracht und wichtige Impulse für die Diskussion gegeben haben“, erklärt Erste Stadträtin Christine Diegel.

Zentrale Lage schafft Verbindungen
Eine besondere Stärke des Vorhabens liegt aus Sicht der Stadt in seinem Standort. Das Areal befindet sich nur wenige Gehminuten von der Kaiserstraße entfernt und liegt zugleich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Damit ist es mit Bahn, Bus, Fahrrad, zu Fuß und mit dem Auto gut erreichbar.
Parkhaus, Kino und eine mögliche gastronomische Nutzung können sich dabei gegenseitig stärken und ergänzen. Während das Parkhaus insbesondere tagsüber für Besucherinnen und Besucher der Innenstadt von Bedeutung ist, kann das Kino zusätzliche Frequenz in den Nachmittags- und Abendstunden sowie an den Wochenenden schaffen. Davon können auch bestehende gastronomische, kulturelle und Einzelhandelsangebote in der Innenstadt und Altstadt profitieren.
Zugleich fügt sich das Vorhaben in die weitere Entwicklung des Umfelds ein. Mit der Kaiserstraße, dem Alten Hallenbad, dem Wetterau-Museum sowie Stadt- und Marienkirche befinden sich wichtige Einkaufs-, Kultur- und Aufenthaltsorte in direkter Nähe. Dies hatten auch die „Spurenleger“ in Ihrer Präsentation für ein Kino an diesem Standort eindrücklich hervorgehoben.

Kino kehrt in die Innenstadt zurück
Für Friedberg besitzt die Entscheidung auch über das konkrete Bauprojekt hinaus Bedeutung. Seit der Schließung des früheren Kinocenters in der Bismarckstraße Anfang 2018 verfügt die Kreisstadt über kein dauerhaftes Kinoangebot mehr. Ein neues Kino für Friedberg war der meist genannte Wunsch der Friedbergerinnen und Friedberger in der Pop-Up Redaktion der Hessenschau, die im vergangenen Jahr Gast auf der Kaiserstraße war.

Mit der Verbindung von Kino und neuem City-Parkhaus eröffnet sich nun die Möglichkeit, die Kreisstadt in zentraler Lage zu entwickeln. Gerade für junge Menschen und Familien würde damit ein zusätzliches Freizeitangebot entstehen. Zugleich könnte das Kino auch Besucherinnen und Besucher aus dem Umland nach Friedberg ziehen.

„Die parteiübergreifende Zustimmung ist ein starkes Signal für Friedberg. Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung ist es wichtig, unterschiedliche Fragen und Sichtweisen sorgfältig zu beraten und am Ende gemeinsam zu einer tragfähigen Entscheidung zu kommen. Ich freue mich, dass dies gelungen ist und das Projekt nun den nächsten Schritt gehen kann“, sagt Stadtverordnetenvor-steher Bernd Wagner.

Mit der Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses kann nun die nächste Projektphase vorbereitet werden. Dazu gehören insbesondere die weiteren Planungs- und Vergabeschritte.